
Überraschungen gehören beim Gärtnern unbedingt dazu: positive wie negative. Da ist die Staude, die wider Erwarten entgegen allen Fachbuchbeschreibungen an einem gar nicht so passenden Standort prächtig gedeiht. Oder der Kleinbaum, der mit einer maximalen Höhe von drei Metern angegeben war, und diese bereits nach wenigen Jahren deutlich überschritten hat – trotz suboptimaler Bodenbeschaffenheit. Immer für Überraschungen gut sind auch unsere mitgärtnernden Rehe, was ihnen regelmäßige Erwähnungen in den Blog-Posts sichert.

Diese dunkle Ricke lebt seit einiger Zeit bei uns und gebiert Jahr für Jahr Zwillings-Kitze. Noch sind sie recht klein und verbringen die Tage irgendwo versteckt im Garten

Das diesjährige Kitz der hellen Ricke ist etwas älter. Meist läuft es mit der Mutter, unternimmt aber ab und an schon kleine Ausflüge auf eigene Faust. Sehr zum Missfallen der Ricke, die es bald mit einem hohen Fiepen zurückruft

Im Mai-Post hatte ich das Thema deer resistant plants angerissen: In diese Kategorie fallen neben den dort erwähnten Stauden und Gehölzen auch die verschiedenen Salbeiarten, hier im Bild Salvia nemorosa ‚Ostfriesland‘. Vielleicht behagen dem Rehwild die ätherischen Öle der Stauden nicht. Große Salbei-Fans hingegen sind viele Insekten. Da die meisten Arten zudem sehr trockenheitsresistent sind, finden sich bei uns in den Sonnenbeeten einige Vertreter der Gattung

Zu den unschönen Überraschungen in diesem Monat zählt eindeutig die Vollblüte von Phyllostachys humilis. Das der Bambus in der aktuellen Vegetationsperiode keinen neuen Halmaustrieb zeigt, hätte mich stutzig machen sollen. Zwar wurde an anderen Orten ebenfalls vereinzelt berichtet, dass auch diese Art blüht, aber nicht so verbreitet wie es beispielsweise zurzeit bei den Phyllostachys-nigra-Sorten der Fall ist

Nach einer Vollblüte kann es zum Absterben der Mutterpflanze kommen, die so Platz für die neue Generation schafft. Denn während die meisten Pflanzen jährlich Blüten ansetzen, ist dies beim Bambus nur ca. alle 80 bis 100 Jahre der Fall. Da Phyllostachys humilis zu den leptomorphen – also sich mittels ihrer Rhizome laufend verbreitenden – Arten gehört, besteht eine größere Chance, dass die Pflanze überlebt, als es bei horstig wachsenden (pachymorphen) Arten der Fall ist. Jetzt heißt es: Abwarten bis zum kommenden Jahr

Für eine weitere Überraschung im Juni sorgten unsere Honigbienen. Wobei „unsere“ nicht wörtlich zu nehmen ist. Ein befreundeter Imker stellt jedes Jahr für ein paar Monate einige Beuten in unseren Garten. In diesem Jahr hatte nun ein Volk mit seiner Königin beschlossen, auszuziehen. Zufällig entdeckte ich den Schwarm: Er hatte sich um einen Zweig des Asiatischen Gelbholzes (Maackia amurensis) und eine Stakete des ihn umgebenden Zauns versammelt (Grund für den Zaun, man ahnt es: Schutz vor fegenden Rehböcken). Die Tiere bewiesen Weitsicht bei der Standortwahl – die Blüten des Gelbholzes sind eine erstklassige Bienenweide

Dennoch konnten sie dort nicht bleiben. In einer beherzten Aktion wurden sie in einen Eimer geschüttelt, Bienen sind in so einem Schwarm erstaunlich friedlich. Dann galt es, die Königin in dem Gewusel zu finden und sie in eine neue Beute zu setzen. Dank der von ihr freigesetzten Pheromone folgt schließlich der ganze Schwarm nach – Umzug erledigt























































































